Am 27. Februar ist es endlich so weit: „Like A Complete Unknown“, das lang erwartete Bob Dylan-Biopic von Regisseur James Mangold, kommt in die deutschen Kinos. „Dune“- und „Wonka“-Star Timothée Chalamet schlüpft in die Rolle der Folk-Ikone – und zwar nicht nur mit Hut und Gitarre, sondern auch mit seiner eigenen Stimme. Wer sich also auf ein Biopic freut, das irgendwo zwischen Mythos und Musik schwebt, könnte hier genau richtig sein. Aber kann Chalamet als Dylan überzeugen? Und was sagen die ersten Stimmen aus Großbritannien und den USA dazu?

Ein Biopic, das sich nicht in Schubladen stecken lässt
Musik-Biopics sind seit Jahren ein Erfolgsrezept – von „Bohemian Rhapsody“ über „Elvis“ bis „Back to Black“. Doch während viele dieser Filme den klassischen Aufstieg-und-Fall-Erzählbogen verfolgen, geht „Like A Complete Unknown“ einen anderen Weg. Der Film beleuchtet nicht Dylans gesamte Karriere, sondern konzentriert sich auf die entscheidende Phase seines musikalischen Wandels: seinen Wechsel von Folk zu Rock, der Fans 1965 beim Newport Folk Festival gleichermaßen begeisterte wie empörte.
Das Spannende daran? Mangold zeigt Dylan als einen Künstler, den wir nie ganz durchschauen. Anstatt sein Leben lückenlos nachzuerzählen, lässt der Film die Musik für sich sprechen. Ganze 26 Songs sind im Film zu hören, allesamt von Chalamet selbst gesungen. Wer also ein Biopic voller dramatischer Exzesse erwartet, dürfte überrascht sein. Wer sich hingegen einfach von Dylans Musik mitreißen lassen will, könnte begeistert aus dem Kino stolpern.
Chalamet als Bob Dylan: Ein Rockstar oder nur ein Schauspieler mit Gitarre?
Dass Chalamet spielen kann, steht außer Frage. Doch kann er auch singen? Die ersten Kritiken aus den USA und Großbritannien sind sich einig: Ja, und wie! Sein Dylan ist kauzig, geheimnisvoll und hat genau die richtige Mischung aus Arroganz und Genialität, die den jungen Musiker damals umgab. Statt einer bloßen Imitation schafft Chalamet eine Art musikalische Symbiose mit der Rolle – was wohl auch ein Grund dafür ist, dass der Film mit acht Nominierungen bereits als Oscar-Favorit gehandelt wird.

Lohnt sich der Kinobesuch?
Die ersten Kritiken sind überwiegend positiv: Von „elektrisierend“ bis „intensiv“ ist alles dabei. Vor allem die authentische Atmosphäre, die Liebe zum Detail und die Musiksequenzen werden gefeiert. Kritische Stimmen merken jedoch an, dass der Film nicht tief genug in Dylans Psyche eintaucht – aber vielleicht ist genau das die Pointe. Dylan war nie einer, den man einfach „verstehen“ konnte.
Am Ende bleibt die Frage: Bist du bereit, dich auf die Musik einzulassen – und auf einen Dylan, der immer ein Rätsel bleibt?